Kussel, Henriette
geb. WagnerHenriette Wagner kam am 29. Dezember 1910 in Berlin als Tochter von Julius Wagner und seiner Frau Betty, geborene Hirschberger, zur Welt. Ihr Vater arbeitete als Geschäftsführer einer Warenhausgruppe. Ihr Bruder Heinz war am 17. November 1905 in Wiesbaden geboren worden. In Wiesbaden hatten ihre Eltern auch am 12. Januar 1905 geheiratet. Ab dem Jahr 1913 wohnte die Familie in Essen. 1932 eröffnete ihr Vater ein Bettenfachgeschäft in Mülheim an der Ruhr. Sie wohnten in der Friedrich-Ebert-Straße 7. Dort heiratete 1933 Henriette Wagner.
Im Jahr 1935 zogen sie von Mülheim nach Düsseldorf in das Haus Worringer Straße 118. Ihre Eltern eröffneten einen kleinen Pensionsbetrieb in der Oststraße. Henriette Wagner zog in die Collenbachstraße 43. Ihre Eltern meldeten sich im April 1938 nach Den Haag in die Niederlande ab. Doch sie kehrten nach Deutschland zurück. Ihre Eltern wohnten seit dem 24. Januar 1939 in der Schützenstraße 39. Ihr Bruder Heinz konnte am 18. Juli 1939 nach Großbritannien emigrieren. Ihr Vater Julius Wagner verstarb im Jüdischen Krankenhaus in Köln-Ehrenfeld am 26. September 1941. Möglicherweise war der Ausbruch einer Krankheit der Grund für die Rückkehr nach Düsseldorf gewesen.
Am 17. März 1940 heiratete Henriette Wagner in zweiter Ehe den Gerresheimer Metzger Hugo Kussel. Ihr Mann war am 18. Januar 1898 in Düsseldorf Gerresheim zur Welt gekommen und hatte Mitte der 1930er Jahre in der Schönaustraße 1 gelebt. Am 20. September 1940 zogen die beiden in das „Judenhaus“ am Fürstenwall 198. Dort kam am 5. Februar 1941 der Sohn Albert zur Welt. Neun Monate später, am 9. November 1941, musste sich das Ehepaar mit dem Säugling im Düsseldorfer städtischen Schlachthof einfinden. Am nächsten Tag wurden sie in das Ghetto von Minsk deportiert. Im gleichen Transport befand sich auch ihre Mutter Betty Wagner. Alle vier haben nicht überlebt.