Aronsohn, Paula
geb. HirschPaula Cäcilie Hirsch kam am 12. Juni 1884 in Göttingen als Tochter von Siegfried Smul und Helene Hirsch, geborene Wagner, zur Welt. Ihre Eltern hatten 1883 in Hamburg, der Geburtsstadt ihrer Mutter, geheiratet. Paula hatte drei Geschwister: Martin (1885-1918), Walter (1888-USA) und Käthe (1893-1965). Später zog die Familie nach Berlin. Dort führte ihr Vater Siegfried Hirsch das Einkaufshaus I. Walter & Co. Die Familie Hirsch wohnte um die Jahrhundertwende in Berlin-Wilmersdorf in der Holsteinischen Straße 28.
Am 11. Januar 1906 heiratete Paula Hirsch in Berlin den Geschäftsführer Max Aronsohn aus Graudenz. Mit ihrem Mann zog sie nach Trier und wohnte dort in der Neustraße 4. Am 28. Oktober 1906 wurde ihr Sohn Herbert Aronsohn in Trier geboren. Kurze Zeit später zogen sie nach Düsseldorf, wo ihr einziges Kind die Schule und das Gymnasium besuchte.
Die Familie wohnte Ende der 1920er Jahre in der Kirchfeldstraße 171 und ab 1933 in der Kruppstraße 27. Am 3. Dezember 1938 erfolgte ein letzter Umzug vor der Emigration in die Niederlande in die Flurstraße 44. In Düsseldorf war ihr Sohn Herbert Aronsohn aktiv im Jüdischen Jugendverein gewesen und hatte dort möglicherweise auch seine später Frau Martha Leib kennengelernt. Sie als Tochter von Gustav und Frieda Leib, geborene Loeb, mit ihren Eltern und Brüdern in der Gartenstraße 109, der heutigen Bagelstraße 109, gewohnt. Am 8. Februar 1938 meldete sich Martha Leib in die Niederlande ab um Herbert Aronsohn zu folgen, der Anfang des Jahres nach Holland geflüchtet war.
Im Zuge des Novemberpogroms 1938 wurden Paula Aronsohn und ihr Ehemann in ihrer Wohnung überfallen. Nachdem vieles in der Wohnung zerstört worden war, wurde ihr Ehemann verhaftet und in das Polizeipräsidium gebracht. Nachdem ihr Mann wieder freigelassen wurde, bemühten sich Paula und ihr Mann verzweifelt um eine Einreise in die Niederlande. Ihr Sohn Herbert stellte den diesbezüglichen Antrag. In der Wartezeit beantragten sie Pässe, um legal ausreisen zu können. Ihre Wohnung mussten sie verlassen und kamen bei Bekannten unter. Nach einigen Problemen, die ihr Sohn in den Niederlanden löste, konnten sie schließlich im Januar 1939 nach Woudenberg in die Niederlande ausreisen. Dort war ihr Sohn mit seiner Frau gemeldet. Seit dem 27. März 1939 war ihr Sohn dann in Amsterdam in der Prinzengracht 75 gemeldet, wo er eine kleine Firma unterhielt.
Die Anmeldung von Paula Aronsohn und ihrem Ehemann Max erfolgte in Amsterdam am 5. Juli 1940 unter der Adresse Zwanenstraat 21 I. Ab dem 23. Oktober 1940 wohnten Paula Aronsohn und ihr Mann Max dann zusammen mit Herbert und seiner Familie in der Nieuwen Prinsengracht 98 III in Amsterdam. Ihr Mann Max Aronsohn starb am 30. Mai 1941 in Amsterdam. Er wurde 72 Jahre alt. Ihre verwitwete Mutter Helene Hirsch wohnte zu dieser Zeit noch zusammen mit Paulas unverheirateter Schwester Käthe in Berlin. Beide konnten sich am 14. Juni 1941 nach Ecuador abmelden.
Die nächste belegte Adresse der Familie Aronsohn in den Niederlanden ist ab Februar 1942 Sarphatistraat 48. Auf der Karteikarte aus der Kartothek des Judenrats in Amsterdam ist vermerkt, dass dort auch Paula Aronsohn gemeldet war.
Am 24. September 1942 wurde Paula Aronsohn und die Familie ihres Sohnes Herbert im Durchgangslager Westerbork interniert. Vom 20. Februar 1943 bis zum 8. Juni 1943 befanden sie sich im Konzentrationslager Vught. Auf der Karteikarte des Lagers Vught wurde als letzte Amsterdamer Adresse Muiderschans 48 notiert. Paula Aronsohn wurde als erste der Familie deportiert. Sie wurde am 7. Mai 1943 im Vernichtungslager Sobibor ermordet.
Am 7. September 1943 wurden Herbert, Martha und Manfred Aronsohn in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert. Der Tod von Martha Aronsohn und des vierjährigen Manfred wurde mit dem 10. September 1943 vermerkt. Herbert Aronsohn starb am 31. März 1944 im Vernichtungslager Auschwitz.