Gedenkbuch

Wolf, Albert

Albert Wolf wurde am 3. Juli 1852 in Kaiserswerth als Sohn der Eheleute David Abraham Wolf und Johanna Elkan geboren. Am 10. Februar 1884 heiratete er in Schierstein, dem Geburtsort seiner Frau, Karoline „Lina“ Kahn. Die 28-Jährige zog nach der Hochzeit zu ihm. Ihre Tochter Martha wurde am 12. Mai 1886 in Kaiserswerth geboren. Albert Wolf arbeitete als Viehhändler und wohnte mit seiner Familie im eigenen Haus Am Markt 55. Er war Ehrenvorsitzender des Krieger-Vereins in Kaiserswerth.

Seine Tochter Martha heiratete den Weilburger Kaufmann Arnold Jessel. Mit ihm bekam sie drei Kinder: Ruth (geboren 1911), Edith (geboren 1913) und den Sohn Leonhard „Leon“ Jessel, der am 15. Juni 1918 in Duisburg zur Welt kam. Die kleine Edith verstarb bei ihnem in Kaiserswerth am 10. Mai 1917. Seine Frau Lina Wolf meldete den Behörden den Tod der Dreijährigen. Edith wurde in Kaiserswerth begraben.

Im Jahr 1927 wurde Albert Wolf vom Kreiskriegerverband das Ehrenkreuz 1. Klasse verliehen. Am 25. Dezember 1931 verstarb in Kaiserswerth seine Ehefrau Lina. Er blieb zunächst in Kaiserswerth wohnen. Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde ihm, nachdem man sich gewaltsam Zugang zur Wohnung verschafft hatte, viele Einrichtungsgegenstände zertrümmert. 1936 flüchteten Arnold und Martha Jessel nach Angriffen auf ihr Geschäft in Duisburg knapp vier Monate zu ihm nach Kaiserswerth.

1938 entschloss sich Albert Wolf schließlich zur Emigration: Sein Haus Am Markt 55 musste er dafür verkaufen. Am 13. Mai 1939 meldete sich der 87-Jährige nach Den Haag in die Niederlande ab. Dann lebte er bis 1942 in Venlo mit seinen Nichten. Albert Wolf starb am 25. Februar 1942 in Venlo, als das Haus während einer Razzia durchsucht wurde.

Autorin: Hildegard Jakobs, Mahn- und Gedenkstätte Düsseldorf