Leib, Adolf
Am 21. Januar 1878 kam Adolf Leib als Sohn des Ehepaars Aron und Berta Leib, geborene Bernd, in Krefeld zur Welt. Er hatte fünf Geschwister: Ludwig (geboren 1876), Heinrich (geboren 1880), Albert (1883-1921), Selma (geboren 1885) und Else (1889-1899). Sein Vater Aron Leib arbeitete als Kaufmann. Im Jahr 1905 war die Adresse Marktstraße 7 in Krefeld. Im Dezember 1906 verlobte sich Adolf Leib mit Babette Lesem aus Thaleischweiler. Zu diesem Zeitpunkt wohnte er schon in Düsseldorf. Die beiden heirateten kurze Zeit später.
Am 20. September 1908 kam in Düsseldorf ihr einziges Kind, die Tochter Hildegard, zur Welt. Adolf Leib betrieb in Düsseldorf zunächst ein Manufaktur- und Kurzwarengeschäft und später zusammen mit seiner Frau ein Geschäft für Berufsbekleidung. Mit seiner Frau Babette und der Tochter Hilde wohnte er in Düsseldorf viele Jahre in der Kölner Straße 289. Dort befand sich auch das Geschäft bis 1929.
1931 verstarb seine Mutter Berta Leib in Krefeld. Sie wurde auf dem dortigen jüdischen Friedhof begraben. Sein Vater verstarb 1933. Er wurde neben seiner Ehefrau beerdigt.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten hatte auch Adolf Leib mit den Folgen von Diskriminierung und Verfolgung zu kämpfen. Seine Tochter Hilde Leib meldete sich 1936 nach Italien ab. Anfang Oktober des Jahres 1938 musste Adolf Leib seine Immobilie in der Kölner Straße 289 aus finanziellen Gründen verkaufen. Der 60-jährige Adolf Leib und seine Frau Babette wurden einen Monat später, am 10. November 1938 im Zuge des Pogroms, ins Polizeigefängnis gebracht. Am nächsten Tag wurden sie wieder entlassen. Ihre Wohnung in der Kölner Straße war fast gänzlich bei dem Überfall zerstört worden.
Am 10. August 1940 zogen Adolf und Babette Leib in die Schützenstraße 39. Dort lebten sie knapp zwei Jahre, in denen die antijüdischen Gesetze und Verordnungen immer bedrohlicher wurden. Eine Emigration gelang ihm und seiner Frau Babette nicht. Adolf und Babette Leib wurden am 21. Juli 1942 von Düsseldorf in das Ghetto Theresienstadt deportiert. Adolf Leib starb dort am 10. September 1942. Seine Frau überlebte bis Mai 1944 im Ghetto Theresienstadt. Dann wurde sie am 15. Mai 1944 aus dem Ghetto in das Vernichtungslager Auschwitz deportiert und nach der Ankunft dort ermordet.
Tochter Hildegard wurde in Italien interniert. Dort scheint sie mit dem Wiesbadener Hans Heinz Keiles verheiratet gewesen zu sein. Sie lernte nach Kriegsende in Italien ihren späteren Ehemann Anthony (Tony) Kapilovic aus Split kennen. Ihr gemeinsamer Sohn Boris wurde am 23. Juni 1945 in Bari in Italien geboren. 1948 siedelte Hildegard Kapilovic-Leib mit ihrem zweijährigen Sohn in die USA über. Von ihrem Ehemann lebte sie später getrennt. Im Jahr 1955 wurde sie eingebürgert. Sie verstarb am 13. August 1991.